PomPom Krabbe
PomPom Krabbe – Ptychognathus sp. „PomPom“
Die PomPom Krabbe gehört zu den ungewöhnlichsten kleinen Aquarienkrabben. Ihren Namen verdankt sie den auffälligen, fein behaarten Scheren, mit denen sie Futterpartikel aufnimmt und den Untergrund absucht. Mit einer Körperbreite von ungefähr 2–2,5 cm bleibt sie kompakt, zeigt aber ein ausgesprochen interessantes Such- und Kletterverhalten. Wer eine PomPom Krabbe kaufen möchte, sollte ihr vor allem ein gut eingefahrenes, strukturreiches und ausbruchssicheres Aquarium bieten.
Kleine Krabbe mit auffälligen „Pompons“
Charakteristisch sind die borstenartigen Büschel an den Scheren, die wie kleine Pompons wirken. Die Tiere sind häufig zwischen Steinen, Wurzeln, Laub und Pflanzen unterwegs und durchsuchen Oberflächen nach verwertbaren Partikeln. Gerade in naturnah eingerichteten Becken lässt sich dieses Verhalten gut beobachten. Nach dem Einsetzen oder während der Häutung kann sich die Krabbe zeitweise deutlich stärker zurückziehen.
Aquarium mit Struktur und sicherer Abdeckung
Wir empfehlen ein Aquarium ab 30 Litern. Wichtiger als möglichst viel freie Bodenfläche sind zahlreiche Verstecke, Spalten und geschützte Häutungsplätze. Steine, Wurzeln, Laub und robuste Pflanzen sorgen für Struktur und zusätzliche Weideflächen. Obwohl die PomPom Krabbe überwiegend aquatisch gehalten wird, ist sie ein geschickter Kletterer. Kabeldurchführungen, Filteröffnungen und andere Spalten sollten deshalb zuverlässig gesichert sein.
Stabile, mineralisierte Wasserwerte
Für die Aquarienhaltung sind stabile Bedingungen wichtiger als das Nachregeln auf einen einzelnen Messwert. Als sinnvoller Bereich gelten etwa 22–26 °C, ein pH-Wert von ungefähr 6,5–8,0, 5–12 °dGH und 2–6 °dKH; besonders angenehm ist eine Temperatur um 22–25 °C. Sehr weiches, stark saures Wasser ist für Krabben ungünstig, da ausreichend Mineralstoffe für Panzerbildung und Häutung benötigt werden. Die genaue Artzuordnung der im Handel angebotenen PomPom-Krabben ist nicht abschließend geklärt, weshalb auch Angaben zur natürlichen Salinität je nach Herkunft unterschiedlich ausfallen. Tiere sollten daher nicht abrupt zwischen Süß- und Brackwasserbedingungen umgesetzt werden.
Abwechslungsreiche Kost für einen Allesfresser
PomPom Krabben sind opportunistische Allesfresser. Sie nutzen Biofilm, Aufwuchs, Detritus und kleine Futterpartikel, sollten im Aquarium aber zusätzlich abwechslungsreich versorgt werden. Geeignet sind sinkendes Garnelen- oder Krabbenfutter, feines Frostfutter, kleine proteinreiche Futtersorten sowie gelegentlich pflanzliche Bestandteile. Eine sparsame, regelmäßige Fütterung ist sinnvoller als große Portionen, die liegen bleiben und die Wasserqualität belasten.
Vergesellschaftung mit Augenmaß
Die PomPom Krabbe gilt grundsätzlich als eher friedlich, bleibt aber eine Krabbe mit opportunistischem Fressverhalten. Ruhige kleine Fische können geeignete Mitbewohner sein. Bei sehr kleinen Garnelen, frisch gehäuteten Wirbellosen, Jungtieren oder besonders langsamen Tieren lässt sich ein Zugriff nicht vollständig ausschließen. Für eine möglichst stressarme Haltung sind daher ein Artbecken oder sorgfältig ausgewählte, friedliche Mitbewohner die sicherste Wahl.
Vermehrung im Aquarium
Eine zuverlässige Nachzucht im normalen Süßwasseraquarium ist für die unter diesem Handelsnamen angebotenen Tiere nicht gut dokumentiert. Die Larvenentwicklung gilt als anspruchsvoll und kann je nach tatsächlicher Art eine Brack- oder Meerwasserphase erfordern. Die PomPom Krabbe eignet sich deshalb eher als Beobachtungstier als für Aquarianer, die gezielt eine leicht reproduzierbare Krabbenart suchen.
Hinweis zur wissenschaftlichen Bezeichnung
Im Handel wird die PomPom Krabbe häufig als Ptychognathus barbatus angeboten. Neuere taxonomische Arbeiten zeigen jedoch, dass ost- und südostasiatische Tiere dieser Gattung in der Vergangenheit teilweise falsch unter diesem Namen geführt wurden. Um keine unsichere Artbestimmung als Tatsache darzustellen, verwenden wir für die Handelsform bewusst die fachlich vorsichtigere Bezeichnung Ptychognathus sp. „PomPom“.